castellum
pannonicum
pelsonense

Keszthely-Fenékpuszta

Eine spätrömische Befestigung

Forschungs­geschichte

Archäologische Erforschung der spätrömischen Befestigung

Die Mauern und runden Türme der spätrömischen Festung von Fenékpuszta umfassen eine Fläche von ca. 15 Hektar. Bisher konnten drei Tore freigelegt werden: im Norden, im Süden und im Westen der Anlage. Das Vierte dürfte sich ursprünglich an der Ostseite befunden haben. Entlang der Straßenachsen, welche die Tore miteinander verbanden, standen die Innenbauten der Befestigung: das Horreum/Getreidespeicher (15), die Principia/Stabshaus (3), das Praetorium/Wohnhaus des Kommandeurs (4), repräsentative Bauten (A, 4, 23), einfache Wirtschafts- und Wohnbauten (5-13) und Badegebäude (24-25). An der Kreuzung beider Straßen kamen die Fundamente eines Tetrapylon (22) zum Vorschein.
Mithilfe von geophysikalischen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die gesamte Innenfläche der Anlage bebaut war. Die Festung wurde während des zweiten Drittels des 4. Jahrhunderts gebaut; umstritten ist jedoch, mit welchem Kaiser die Arbeiten in Verbindung zu bringen sind. Die Festung wurde mehrfach belagert, die Forschung verbindet dies mit aus Literaturquellen bekannten Barbareneinfällen. Die Befestigung wurde auch nach Aufgabe der Provinz durch die Römer von einer Gemeinschaft mit spätantik-christlich geprägter Kultur genutzt, deren archäologische Hinterlassenschaften als Keszthely-Kultur bezeichnet werden. Für die Zeit ab dem Ende des 7. Jahrhunderts sind bisher keine Siedlungsspuren aus der Festung bekannt, im 9. Jahrhundert wurden jedoch erneut Teile der Anlage genutzt. Vor allem die Veränderungen nach der römischen Periode untersuchte ein deutsch-ungarisches Forschungsprojekt (GWZO), sowie eine deutsch-ungarische Ausgrabung im Jahre 2009. Die Ergebnisse des Projektes werden im Rahmen einer neuen Reihe  „Castellum Pannonicum Pelsonense.

Die Festung von Keszthely-Fenékpuszta mit den Ergebnissen der archäologischen Forschungen zwischen 1879 und 2002

Die Festung von Keszthely-Fenékpuszta mit den Ergebnissen der archäologischen Forschungen  1879 und 2002

Bestattungen in Keszthely-Fenékpuszta (4.-9. Jh.)

Die Bewohner der Festung haben ihre Toten in der Regel außerhalb der Mauern bestattet, im Zuge der Forschungen des letzten Jahrhunderts kamen jedoch sowohl innerhalb der Befestigungsmauer als auch in ihrer weiteren Umgebung Nekropolen, beziehungsweise Gräber zum Vorschein. Eine grundlegende Frage ist, ob zwischen diesen Perioden eine Kontinuität festzustellen ist, ob also nach der Mitte des 5. Jahrhunderts hier weiterhin eine Bevölkerung existiert hat, oder ob sich nach dem Jahr 568 hier neue Einwanderer ansiedelten. Nicht auszuschließen bleibt auch, dass die Neuankömmlinge dabei auf eine einheimische, vor Ort verbliebene Bevölkerung trafen.

Bestattungen in Keszthely-Fenékpuszta – 4.-9. Jh.

Bestattungen in Keszthely-Fenékpuszta – 4.-9. Jh.

Keszthely-Kultur (6.-9. Jh.)

Die Erforschung der großflächigen frühmittelalterlichen Gräberfelder in der Umgebung von Keszthely – in Fenékpuszta, Hévíz-Alsópáhok, Keszthely-Dobogó und in Keszthely selbst – begann zwischen 1879 und 1886 unter der Leitung von Vilmos Lipp. Weitere groß angelegte Forschungen erfolgten dann von 1948 bis 1961 durch Ilona Kovrig. Die Ergebnisse dieser beiden Forscher bestimmen bis heute die Vorstellung über die Keszthely-Kultur, als eine ethnisch bunt gemischte Gruppe, die am westlichen Ende des Balaton ab dem 6. Jahrhundert bis zum Ende der Awarenzeit (Anfang 9. Jh.) gelebt hat.
Die heutige Forschung bezeichnet die Hinterlassenschaft einer spätantik-christliche geprägte Gemeinde als Keszthely-Kultur, die sich anhand der Kleidungsaccessoires in den Frauenbestattungen definieren lässt: charakteristisch sind Körbchenohrringe, Scheibenfibeln und Haar- beziehungsweise Kleidernadeln. In den Männerbestattungen sind Funde aus Metall seltener; es handelt sich dann in der Regel um Gürtelbestandteile und Messer. Waffen kommen im Unterschied zur awarischen Praxis Zeit in den Gräbern nicht vor. Zu ihren Charakteristika gehören zudem in der frühen Phase verschiedene Fibeltypen westlich-merowingischen Typs (s- und Bügelfibel), und in der späten Phase aus Bronze gegossene Gürtelgarnituren awarischer Prägung (Ausstellungen).

Die Nekropolen der Keszthely-Kultur

Die Nekropolen der Keszthely-Kultur

Csák alaprazáról

A 2015. évi német-magyar közreműködéssel

fenékpusztai késő-római erőd délkeletei felében három épületre koncentrált: az ún. villa, vagy palota (25. sz. épület),

Természetrajz

A 2015. évi német-magyar közreműködéssel

fenékpusztai késő-római erőd délkeletei felében három épületre koncentrált: az ún. villa, vagy palota (25. sz. épület),