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Keszthely-Fenékpuszta

Eine spätrömische Befestigung

Ausgrabungen

Ungarisch-deutsche Ausgrabung in Keszthely-Fenékpuszta


03. 08. 2015. – 28. 08. 2015

Grabungsleitung: Péter Straub (ZMMI), Orsolya Heinrich-Tamáska (GWZO), Roland Prien (Ruprecht-Karls-Universität

Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Nemzeti Kulturális Alap

Die Ausgrabung des Jahres 2015, welche die 2009 begonnenen Forschungen fortsetzte, konzentrierte sich auf drei Gebäude innerhalb der Festung: auf die sog. Villa bzw. Palastbau (Geb. 25) sowie auf den davon südlich gelegenen Badegebäudenkomplex (Geb. 27 und 24). Innerhab des Gebäudes 25 haben wir in mehreren Bereich Untersuchungen durchgeführt und so gelang es uns weitere Angaben über die Phasengliederung zu bekommen und zur Grundrissrekonstruktionen zu gelangen. So haben wir bspw. weitere noch zur Beginn des 20 Jahrhunderts ausgeraubte, aber auch eine noch ungestörten Pfeilerfundament(e) ausgegraben. Diese können wahrscheinlich mit einer Nutzung des 6./7. Jahrhunderts verbunden werden und sind wichtige Zeugnisse der völkerwanderungszeitlichen Geschichte des Fundplatzes. Das Gebäude 27 bildet das gymnasium (=”Turnhalle”) des erwähnten Badegebäudenkomplexes, mehrere Bereiche dieser Bau konnten schon untersucht werden. Aufgrund dieser Ergebnisse und der Georadamessungen unternahmen wir einen vorläufigen Grundrissrekonstruktion des Gebäudes. Vom Gebäude 24 haben wir bereits eine Latrine und zwei Becken ausgegraben. In diesem Jahr konnte unzweifelhaft das frigidarium, wo keine Heizung gab und das caldarium bestimmt werden, Letzteres lag in der Südwestecke des Gebäudes mit einem preafurmium (Befeuerungsraum) und mit einem angrenzenden, mit Hypocaustum ausgestattetem Becken. Die Befunde waren gut erhalten, das zum Vorschein gekommene Fundmaterial lässt eine Datierung ins 4. Jahrhundert n. Chr. zu.

Keszthely TV 1

Keszthely TV 2

Zalai Hírlap

Közkincs Kereső

Lánchíd Rádió

27.07.2014 – 24.08.2014

Grabungsleitung: Péter Straub (ZMMI), Orsolya Heinrich-Tamáska (GWZO), Roland Prien (Ruprecht-Karls-Universität)

Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Zala Megye Önkormányzata, Nemzeti Kulturális Alap

Die Ausgrabung des Jahres 2014, welche die 2009 begonnenen Forschungen fortsetzte, konzentrierte sich auf drei Gebäude innerhalb der Festung: auf die Gebäude A (=Geb. 25), 27 und 24. Die Erforschung des Gebäudes 25 besitzt sowohl in Hinblick auf die vorfestungsbauzeitliche als auch die völkerwanderungszeitliche Nutzung eine besondere Bedeutung. 2014 wurden fünf Grabungsschnitte auf dem Areal des Gebäudes eröffnet, und es konnten mehrere Bauphasen vom 4. bis zum 7. Jahrhundert unterschieden werden. Innerhalb des Areals konnte auch der Grundriss eines nachrömerzeitlichen Repräsentationsbaus (eines Palasts?) rekonstruiert werden, aber dessen genaueren Datierung bedarf noch weiteren Forschungen. Außerhalb des Gebäues 27 gelang es, die Überreste eines preafurmium zu dokumentieren, welches vermutlich zeitgleich mit dem Apsidenbau (gymnasium?) erbaut wurde. Es wurde auch die Untersuchung des Badegebäudes fortgesetzt, dessen Latrine und eines seiner Becken 2009 entdeckt worden waren. 2014 konnte ein weiteres Becken mit Apsidenabschluss erschlossen werden, dessen Boden zweimal erneuert worden war.

Keszthely TV

28.07.2013 – 26.08.2013

Grabungsleitung: Péter Straub (ZMMI), Orsolya Heinrich-Tamáska (GWZO), Roland Prien (Ruprecht-Karls-Universität

Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Zala Megye Önkormányzata, Nemzeti Kulturális Alap

Die Ausgrabung des Jahres 2013 konzentrierte sich auf zwei Gebäude: das Gebäude A (Nr. 25) und auf die Nr. 27 , welche vermutlich ein gymnasion gewesen ist. Beim Gebäude A wurde das Ostende erforscht. An dieser Stelle fällt das Gelände stark in Richtung Balaton ab, daher konnten stärkere Erosionsspuren beobachtet werden, Fußbodenhorizonte fehlten weitgehend. Nur im westlichen Teil kam ein Estrichboden zum Vorschein und ein herausgenommes, N-S verlaufendes, sowie ein späteres, L-förmiges Mauerfundament. Östlich dieses Mauerfundaments wurden große, mit Bauschutt verfüllte Gruben erschlossen, aus denen überwiegend spätrömisches Material stammt. Der Grundriss des Gebäudes 27 basiert nicht auf Ausgrabungsergebnissen, sondern er wurde lediglich durch die Rigolen zwischen den Weinstöcken erstellt und er konnte in den letzten Jahren mit Hilfe von Luftbildern und geomagnetischen Messungen stark modifiziert werden. Fußbodenhorizonte blieben auch hier nicht erhalten, aber das spärliche Fundmaterial datiert den Befund ins 4. Jahrhundert. In der Südhälfte des Gebäudes, außerhalb der Mauern, wurden Überreste eines praefurnium entdeckt. Ob es zeitgleich mit dem Gebäude 27 erbaut wurde, konnte in dieser Kampagne nicht mehr geklärt werden.

08.1.2011 – 08.26.2011

Grabungsleitung: Péter Straub (ZMMI), Orsolya Heinrich-Tamáska (GWZO), Roland Prien (Ruprecht-Karls-Universität

Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Zala Megye Önkormányzata, Nemzeti Kulturális Alap

Die Untersuchungen fanden auf dem Gebiet des seit dem 19. Jahrhundert bekannten Gebäudes A statt. Der Grundriss des Gebäudes wurde 1920 von Kuzsinszky nach den Ausgrabungsergebnissen von Árpád Csák erstellt. Árpád Csák konzentrierte sich auf die Erfassung der Steinmauern und -fundamente, indem er diese verfolgte bzw. mit schmalen Suchgräben zu finden versuchte. Infolgedessen sind keine Informationen darüber vorhanden, ob es sich um mehrere Bauphasen handeln könnte.
Im Rahmen des im Jahre 2006 begonnenen deutsch-ungarischen Forschungsprojektes wurden geophysikalische Messungen durchgeführt. Ihr Ziel war es vor allem, die genaue Stelle der Grabungen zu lokalisieren und somit den Verlauf der Mauer und der Grundrisse zu überprüfen. Es konnten interessante Ergebnisse erzielt werden: Zum einen waren die Grundrisse von Csák zum Teil fehlerhaft, zum anderen ist von mehreren, bisher unbekannten Bauperioden auszugehen.
Das Gebäude 25 besitzt eine zentrale Bedeutung, sowohl bezüglich der Erforschung der vorfestungszeitlichen Besiedlung, als auch im Hinblick der völkerwanderungszeitlichen Weiternutzung der Festung. Das Gebäude ist mit 3300 m2 ist auch im pannonischen Vergleich als groß anzusehen; über seine Funktion, Grundriss und Bauperioden gibt es in der Forschung zahlreiche Theorien. Einigkeit herrscht darin, dass es sich um eine villa handelt, fraglich bleibt jedoch, ob es das Gebäude bereits vor der Errichtung der Festung als villa rustica hier gegeben hat und wenn ja, welche Periode in diese Phase zu datieren ist. In der nördlichen Hälfte des Gebäudes stimmten der Grundriss von Csák und die geophysikalischen Messungen überhaupt nicht überein, da sich hier mehrere Bauphasen überlagerten. Deren Spuren konnten 2009 dokumentiert werden. Die Ausgrabungen 2011 konnten den westlichen Abschluss der 2009 gefundenen Apsis, sowie die westlichen und südlichen Mauerverläufe im Anschluss an die Fläche von 2009 klären. Die Arbeiten lieferten wichtige neue Erkenntnisse bezüglich der Umbauten und der inneren Chronologie des Gebäudes 25.

Monitor Magazin

Zalai Hírlap

29.7.2009 – 28.8.2009

Grabungsleitung: Péter Straub (ZMMI), Orsolya Heinrich-Tamáska (GWZO), Roland Prien (Ruprecht-Karls-Universität

Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Nemzeti Kulturális Alap

Die Untersuchungen fanden auf dem Gebiet des seit dem 19. Jahrhundert bekannten Gebäudes A statt. Der Grundriss des Gebäudes wurde 1920 von Kuzsinszky nach den Ausgrabungsergebnissen von Árpád Csák erstellt. Árpád Csák konzentrierte sich auf die Erfassung der Steinmauern und -fundamente, indem er diese verfolgte bzw. mit schmalen Suchgräben zu finden versuchte. Infolgedessen sind keine Informationen darüber vorhanden, ob es sich um mehrere Bauphasen handeln könnte.
Im Rahmen des im Jahre 2006 begonnenen deutsch-ungarischen Forschungsprojektes wurden geophysikalische Messungen durchgeführt. Ihr Ziel war es vor allem, die genaue Stelle der Grabungen zu lokalisieren und somit den Verlauf der Mauer und der Grundrisse zu überprüfen. Es konnten interessante Ergebnisse erzielt werden: Zum einen waren die Grundrisse von Csák zum Teil fehlerhaft, zum anderen ist von mehreren, bisher unbekannten Bauperioden auszugehen.
Das Gebäude 25 besitzt eine zentrale Bedeutung, sowohl bezüglich der Erforschung der vorfestungszeitlichen Besiedlung, als auch im Hinblick der völkerwanderungszeitlichen Weiternutzung der Festung. Das Gebäude ist mit 3300 m2 ist auch im pannonischen Vergleich als groß anzusehen; über seine Funktion, Grundriss und Bauperioden gibt es in der Forschung zahlreiche Theorien. Einigkeit herrscht darin, dass es sich um eine villa handelt, fraglich bleibt jedoch, ob es das Gebäude bereits vor der Errichtung der Festung als villa rustica hier gegeben hat und wenn ja, welche Periode in diese Phase zu datieren ist. In der nördlichen Hälfte des Gebäudes stimmten der Grundriss von Csák und die geophysikalischen Messungen überhaupt nicht überein, da sich hier mehrere Bauphasen überlagerten. Deren Spuren konnten 2009 dokumentiert werden. Die Ausgrabungen 2011 konnten den westlichen Abschluss der 2009 gefundenen Apsis, sowie die westlichen und südlichen Mauerverläufe im Anschluss an die Fläche von 2009 klären. Die Arbeiten lieferten wichtige neue Erkenntnisse bezüglich der Umbauten und der inneren Chronologie des Gebäudes 25.

Während der Ausgrabung im Jahre 2009 konnten drei Flächen untersucht werden (Abb. 1):

  1. die östliche Hälfte des Gebäudes 4, der davor in der Geophysik sichtbare Portikus und die davon westlich verlaufende Nord-Süd-Straße;
  2. das Gebäude A: Das Ziel war die Zusammenhänge zwischen dem Peristyl-Grundriss und dem in der Geophysik sichtbaren Basilika-Grundriss un die relativchronologischen Zusammenhänge zu klären;
  3. das ehemalige Gebäude C: Hier sollten mögliche Bauphasen und die Funktion der zwei Gebäude erfasst werden.

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